In der Gesundheits- und Krankenpflege zu arbeiten ist meist mit Schichtarbeit verbunden. Schichtarbeit bedeutet Stress für den Körper und dieser kann zu gesundheitlichen Problemen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Beschwerden. Durch die Verschiebung des Tag-Nacht-Zyklus steigt leider sogar das Krebsrisiko an.

Die Ursache für einige Beschwerden können Schlafprobleme sein, die durch die unregelmäßigen Arbeitszeiten entstehen. Die unterschiedlichen Schichten (Früh-, Spät- und Nachtschicht) bringen den persönlichen Biorhythmus durcheinander. Wenn die innere Uhr sagt, dass Sie schlafen gehen müssen, sind Sie  vielleicht gerade dabei, einen Patienten zu behandeln. Und wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, sind Sie total aufgedreht und können nicht einschlafen. Bedingt dadurch entstehen Schlafmangel und auf längere Sicht auch Schlafprobleme. Nach durchschnittlich 7 Stunden Schlaf fühlt der Mensch sich am wohlsten. Doch 7 Stunden schafft man im Schichtdienst nicht immer.

Folgende Tipps sollen Ihnen dabei helfen, trotz Schichtarbeit einen gesunden Schlaf zu finden.

Festen Schlafrhythmus und Rituale finden

Versuchen Sie, trotz Schichtarbeit einen regelmäßigen und festen Schlafrhythmus einzuhalten. Legen Sie Anfang und Ende der Schlafzeit fest – je nachdem, in welcher Schicht Sie gerade arbeiten.

Es ist hilfreich, vor dem Schlafengehen bestimmte Rituale zur Entspannung einzuführen. Musik, ein warmes Bad, ein Buch, eine Tasse Kräutertee, Entspannungsübungen oder ein kleiner Spaziergang helfen dabei, den Kopf freizubekommen und besser einzuschlafen. Auf anstrengende Gespräche und Arbeit am PC sollten Sie vor Ihrer Ruhephase verzichten.

Lärmfreies und abgedunkeltes Schlafzimmer

Tagsüber sind die Tiefschlafphasen nicht so stark ausgeprägt und daher der Schlaf eher oberflächlich. Wenn Sie sich tagsüber nach einer Schicht hinlegen möchten, sollten Sie sich hierfür den ruhigsten Raum aussuchen und alle möglichen Lärmquellen wie Mobiltelefon oder Türglocke abstellen. Auch Ohrstöpsel können dabei für Ruhe sorgen. Achten Sie auch darauf, die Fenster so gut wie möglich abzudunkeln. Falls das nicht möglich ist, hilft eine  Schlafmaske.

Für Kühle sorgen

Im Schlafzimmer sollte es eher kühl sein: eine Raumtemperatur zwischen 15°C und 18 °C ist ideal. Und durchlüften vor dem Schlafengehen nicht vergessen.

Aufputschende Getränke vermeiden

Verzichten Sie mindestens 2 Stunden vorm Schlafen auf Wachmacher wie Kaffee, Cola, Energydrinks oder schwarzen Tee.

Keine großen Mahlzeiten vor dem Schlafengehen

Damit der Verdauungsprozess den Schlaf nicht beeinträchtigt, sollten Sie vor dem Schlafengehen keine größeren Mahlzeiten zu sich nehmen. Kleine Snacks sind vollkommen in Ordnung.

Der Schlaf nach der Nachtschicht

Es gibt verschiedene Möglichkeiten nach einer Nachtschicht zu schlafen: nur Schlaf am Vormittag, den Schlaf aufgeteilt in vier Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags zwischen 17 Uhr und 20 Uhr oder nur Schlaf am Nachmittag. Je früher Sie sich nach einer Nachtschicht hinlegen, desto länger ist erfahrungsgemäß die zusammenhängende Schlafzeit.

Um nach einem Nachtschichtblock möglichst schnell wieder einen erholsamen und langen Nachtschlaf zu haben, empfiehlt es sich nach der letzten Nachtschicht tagsüber nur kurz zu schlafen, damit man abends auch müde ist.

Sonnenbrille nach der Nachtschicht tragen

Licht ist ein Wachmacher. Wenn Sie also nach einer Nachtschicht nach Hause gehen, ist es ratsam, eine Sonnenbrille zu tragen. So fällt Ihnen dann zu Hause das Einschlafen leichter.

Licht als Wachmacher

Auch während einer Nachtschicht ist das Licht von Bedeutung. Mit Licht mit Blauanteil lassen sich Aufmerksamkeit und Konzentration steigern und das Arbeiten fällt nachts etwas leichter.

Familie einbeziehen

Sprechen Sie mit Ihrer Familie ab, wann Sie ungestört schlafen möchten und wann Sie für sie ansprechbar sind. So vermeiden Sie Störungen und unnötigen Ärger.

 

Wir wünschen einen angenehmen und erholsamen Schlaf!

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