Corona Schutzimpfung

Welche Impfstoffe gegen COVID-19 sind in der EU zugelassen?

Am 21. Dezember 2020 hat die EU-Kommission dem Impfstoff von Biontech und Pfizer die Zulassung erteilt, am 6. Januar 2021 folgte die Genehmigung des Moderna-Impfstoffs.Grundlage sind entsprechende Empfehlungen der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. Weitere Impfstoff-Projekte sind bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand der verschiedenen Impfstoffe finden Sie auf der Seite der EMA (eng.).

Worin unterscheiden sich die zugelassenen Impfstoffe?

Sicherheit und Wirksamkeit beider in der EU zugelassenen Impfstoffe von Biontech und Moderna sind vergleichbar. Beide Impfstoffe sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Sie enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von mRNA. Das „m“ steht für messenger und „RNA“ für ribonucleic acid (Ribonukleinsäure). Eine Impfung ermöglicht vorübergehend eine eigenständige Produktion von Proteinen, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen. So wird eine Immunreaktion erzeugt, die eine Erkrankung verhindert, wenn Geimpfte mit dem SARS-CoV-2-Virus in Berührung kommen. Die mRNA aus dem Impfstoff bleibt nicht im Körper, sondern wird kurz nach der Impfung abgebaut. Für seine volle Wirksamkeit ist es bei beiden Impfstoffe notwendig, zwei Dosen zu verabreichen.

Einen wichtigen Unterschied für den Transport und die Lagerung gibt es bei der notwendigen Kühltemperatur des Impfstoffes. Während das Produkt von Biontech bei -90 bis -60 Grad Celsius gelagert werden muss, reicht beim Impfstoff von Moderna eine Temperatur zwischen -25 und -10 Grad Celsius.

Besteht eine Impflicht?

Die Corona-Schutzimpfung ist freiwillig, es besteht keine Impfpflicht.

Wer kann sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Solange der Impfstoff noch knapp ist, wird denjenigen Schutz angeboten, die ihn besonders benötigen (Gruppe 1 – höchste Priorität): den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Pflegeeinrichtungen, den über 80-Jährigen sowie Menschen in Pflege- und Gesundheitsberufen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Diese Reihenfolge wird auch bei den zweiten Impfungen beibehalten.

Wie oft muss man sich impfen lassen?

Für den Aufbau des Impfschutzes sind mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer und Moderna zwei Impfstoffdosen notwendig. Die zweite Impfung muss – je nach Hersteller – in einem Mindestabstand von 21 bzw. 28 Tagen erfolgen, spätestens jedoch 42 Tage nach erster Impfung. Wird nach der 1. Impfung eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen (positiver PCR-Test), soll die 2. Impfung zunächst nicht gegeben werden. Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen worden sind.

Wo kann man sich impfen lassen?

Die Bundesländer haben Impfzentren eingerichtet. Außerdem gibt es mobile Impfteams, die Pflegeeinrichtungen aufsuchen. Aktuelle Informationen zu den Impfzentren und deren Organisation finden Sie auf der Infoseite Ihrer Landesregierung zur Corona-Impfung. Eine Impfung in Arztpraxen ist noch nicht möglich. Erst wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, sollen Ärztinnen und Ärzte in den Praxen impfen.

Welchen Nachweis muss man für eine Impfung vorlegen?

Als Nachweis für die Anspruchsberechtigung gelten laut Impfverordnung: der Personalausweis oder ein anderer Lichtbildausweis. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und anderen Einrichtungen legen die Einrichtungen bzw. Unternehmen eine Bescheinigung vor. Menschen mit chronischen Erkrankungen erhalten ein ärztliches Zeugnis. Kontaktpersonen benötigen eine entsprechende Bestätigung der betreuten Person.

Wer übernimmt die Kosten der Corona-Schutzimpfung?

Die Corona-Schutzimpfung ist unabhängig vom Versicherungsstatus kostenlos. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Was empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) ?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung zur COVID-19-Impfung veröffentlicht. Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, sollten diese nach der Empfehlung der STIKO dafür genutzt werden, um die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe und Sterbefälle möglichst schnell zu verringern. Die Impfung sollte daher zunächst Personen über 80 Jahren und Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen angeboten werden. Diese sind besonders gefährdet. Gleichzeitig empfiehlt die STIKO die Impfung von medizinischem Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege.

Unter der Berücksichtigung der Impfquoten, der Erhebungen zur Impfakzeptanz sowie der Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit wird die STIKO die Empfehlung zur COVID-19-Impfung regelmäßig prüfen. Sie wird den wissenschaftlichen Stand zum Erkrankungsrisiko und zu den Impfstoffen, die bereits zur Anwendung kommen oder kurz vor der Zulassung stehen, fortlaufend prüfen und ihre Empfehlung gegebenenfalls anpassen.

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